Gesetz und Gnade

132. — Die Erlösung vom Joche des Zeremoniendienstes und des Gesetzes

[GEJ 5.132.1] (Der Herr:) „Ich gebe euch damit eine Gottes- und Lebenslehre, die von jeder Zeremonie so ferne ist wie ein Himmelspol vom andern; da bedarf es keines Sabbats, keines Tempels, keines Bethauses, keiner Faste, keines eigenen Aaronsstabes und -rockes, keiner zweihornigen Kopfbedeckung, keiner Bundeslade, keines Rauchfasses und keines gebenedeiten und noch weniger eines verfluchten Wassers! In dieser Lehre ist der Mensch in sich alles in allem und braucht sonst nichts als nur sich selbst.

[GEJ 5.132.2] In den alten, vorbildlichen Lehren war der Mensch nur ganz teilweise als sich mehr und mehr veredelnd und zum wahren Geistmenschen heranbildend noch ganz materiell dargestellt, und es war darum denn auch nötig, ihn in allerlei dem Geiste entsprechenden Formen, Gefäßen und zeremoniellen Handlungsweisen darzustellen.

[GEJ 5.132.3] In dieser Meiner neuen Lehre aber ist der Mensch, wie auf einen Punkt, in eins vollkommen vereint in sich und mit sich, so wie auch Ich Selbst mit aller Meiner früheren urewigen und unendlichen Gottheit hier wie auf einem Punkt vereint vor euch stehe und Selbst zu euch sage, daß von jetzt an das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit nicht mehr im Tempel zu Jerusalem oder auf Garizim zu suchen und alldort Gott anzubeten sein wird, sondern solchen Gottesdienst wird man tun können überall, da ein Mensch ist!

[GEJ 5.132.4] Des Menschen Herz wird sein der lebendige Tempel des wahren, einigen und einzigen Gottes, und die werktätige Liebe wird sein der allein wahre Gottesdienst, und die Liebe zu Gott wird sein dessen ganz allein wahre Anbetung!

[GEJ 5.132.5] Da aber weder eine wahre Liebe zu Gott ohne die werktätige Nächstenliebe und diese nicht ohne die wahre Liebe zu Gott denkbar ist, so sind die beiden Lieben im Grunde des Grundes auch nur eine Liebe und somit eine und dieselbe wahre Anbetung Gottes. Wer das in sich hat, der hat alles, alles Gesetz und alles Prophetentum, im eigenen Herzen vereint und hat weiter durchaus nichts irgend mehr vonnöten.

[GEJ 5.132.6] Ich hebe hiermit denn alles Alte samt dem Gesetze Mosis auf, nicht etwa, als wäre es fortan nicht mehr zu beachten – das sei ferne –, sondern nur insoweit, als es da bis jetzt war eine äußere, mit irdischen Strafen belegte Nötigung, so und so zu handeln; denn also war das Gesetz ein jedem Menschen im Genicke sitzender Richter und war ein bleibendes Gericht, dessen sich kein Mensch entschlagen konnte. Ein Mensch aber, der gedrückt unter der Gesetzeslast steht, stehet dadurch ja auch offenbar im fortwährenden Gerichte; der aber im Gerichte steht, ist geistig tot und verflucht von der inneren, göttlichen Lebensfreiheit.

[GEJ 5.132.7] Nur wenn das Gesetz sein eigen wird und der Freiheit des eigenen freiesten Willens untersteht, dann hat alles Gericht und aller Fluch und Tod beim Menschen ein Ende, und Ich bin eben darum hauptsächlich in diese Welt gekommen, um allen Menschen die Erlösung vom Joche des Gesetzes, des Gerichtes, des Fluches und des Todes zu bringen, und darum auch nehme Ich von nun an alles Äußere weg, gebe euch somit wahrhaft euch selbst zurück und mache euch eben dadurch erst wahrhaft zu wahren Gotteskindern und zu Herren über alles Gesetz und Gericht.

[GEJ 5.132.8] Werdet ihr, und also auch eure Jünger, gleichfort unverändert in dieser Norm verbleiben, so wird auch nie ein Gericht über euch zu kommen imstande sein, weil ihr ja über dem Gerichte stehet; sowie ihr aber nur in einem oder dem andern Stücke euch ein altes, äußeres Gesetz werdet anfügen lassen und irgend noch anhangen einem alten, äußeren Formenkleckse, so werdet ihr euch auch wieder einem Gerichte unterstellen, und der Tod wird so weit in euch greifen, als wieweit ihr euch selbst einem alten Formengesetze unterstellt habt!“

Advertisements

Was ist, das war. Ist das wahr? Ein Ausflug in die Zeit von Noah.

noah-hayungsZitiert aus „Schrifttexterklärungen“, Jakob Lorber
Hervorhebungen in Fett von mir, Anmerkungen in Kursiv

13. Kapitel – „Gleich aber wie da waren die Tage Noahs, so wird auch sein die Ankunft des Menschensohnes.“ (Matthäus 24,37)

11. Januar 1844 abends

Schreibet nur nieder, was ihr habt!
„Gleich aber wie da waren die Tage Noahs, so wird auch sein die Ankunft des Menschensohnes.“
Ihr habt den Text angesetzt und schon wieder den rechten getroffen; nur liegt die Sache in diesem Texte zu offenkundig vor Augen, oder: diese Zentralsonne steht außerordentlich nahe, so daß es im Ernste wunderlich ist, wenn ihr selbst dieselbe nicht auf den ersten Augenblick erschauet, – besonders aus dem Grunde um so wunderlicher, da ihr die Zeit Noahs nun schon beinahe ganz aufgedeckt vor euch habt.
Ihr wisset ja, wie ebenfalls zu den Zeiten Noahs die Völker der Tiefe sich in allerlei Literatur und Wissenschaft geworfen haben. Ein euch bekannter König der Tiefe war ein großer Schriftsteller. Seinem Beispiel folgten Tausende, und in kurzer Zeit war die damalige Welt mit einer Unzahl von Büchern und Schriften überschwemmt.
Je mehr diese Literatur überhandnahm, je mehr die Menschen lasen und studierten, desto kälter wurden sie in ihren Herzen, – aber zugleich desto raffinierter zur Erfindung aller erdenklichen Bosheit.
Man fing durch die Politik die Menschen zu fangen an, und bald scheute man kein Mittel mehr, wenn es noch so himmelschreiend war, um durch dasselbe irgendeinen eitlen, vorgesteckten herrschsüchtigen Zweck zu erreichen. Man kam am Ende so weit, daß man die Menschen allein nach dem Golde schätzte; wer solches nicht besaß, ward zum Sklaven, ja zum förmlichen Lasttier bestimmt, und man trieb in dieser Weise die Greuelszenen so weit, daß Mir endlich alle Geduld brechen mußte und Ich die Erde nur durch ein allgemeines Gericht vor dem Untergang bewahren konnte.
Also standen – wie euch ziemlich bekannt – die Sachen zu Noahs Zeiten. Wie stehen sie denn jetzt?
Ich habe euch schon vor einer längeren Zeit in den sogenannten ‚Zwölf Stunden‘ gezeigt, wie die Sachen stehen. Wenn Ich euch nun wieder eine neue solche Enthüllung machen würde, da würdet ihr sehr bedeutende Fortschritte der Weltpolitik und der Grausamkeit entdecken; und Ich sage euch: Es fehlt gar nicht mehr viel, daß ihr völlig in die Zeiten Noahs kommen werdet, wo man am Ende sogar gläserne Häuser bauen mußte, damit die Männer der abgefeimtesten Politik allzeit ohne große Schwierigkeit beobachten konnten, was die Untertanen taten. [hört sich stark nach Überwachungsstaat an, oder?]
Doch es bedarf der gläsernen Häuser nicht; die geheime Politik ist auch in eurer Zeit so weit gediehen, daß sie nicht ein Mittel unversucht läßt, um dadurch ihren herrschsüchtigen Zweck zu erreichen. Würdet ihr eingeweiht sein in die Geheimnisse so mancher Staaten, fürwahr, ihr würdet über Hals und Kopf schreien: „Herr, so schlage doch einmal zu! Denn ärger kann es ja doch in der tiefsten Hölle nicht zugehen als da!“
Ich aber will euch nicht einweihen in solche Geheimnisse; denn so ihr nur ein kleines Augenmerk auf die Früchte hinwerfet, so kann es euch nicht entgehen, mit der größten Bestimmtheit zu erschauen, wessen Geistes Kinder solche Propheten sind, die so herrliche Früchte zum Vorschein bringen. Und worin liegt von allem dem der Grund?
Gehen wir in dasjenige Königreich, welches vom Meer umflossen ist. [Großbritannien?] In diesem Königreich findet ihr Bibliotheken und Zeitschriften in einer solchen Menge, daß man mit den Blättern Europa und Asien dreimal belegen könnte, und nirgends wird so viel gelesen wie in diesem Königreich; aber auch nicht leichtlich findet ihr irgendwo eine größere Gefühllosigkeit und gänzliche Verhärtung der Herzen als in eben diesem Königreich! Mit der größten Gleichgültigkeit von der Welt kann da ein vom Golde strotzender, vielbelesener und gelehrter Großer tausend arme, wehklagende, brot- und dachlose Menschen vor seinem Palaste des Hungertodes sterben sehen, ohne im geringsten etwa dazu bewegt zu werden, auch nur einem von den vielen Sterbenden ein Stück Brot zu reichen.
Frage: Ist das nicht eine herrliche Frucht der großen Belesenheit und nicht selten tiefer mathematischer und mechanischer Weisheit?
Ist es nicht herrlich, wenn man sich durch derlei mathematische und mechanische Weisheit arbeitende Maschinen erbauen kann, durch welche Tausende armer Menschen mit einem Schlage brotlos und dem Hungertode preisgegeben werden?
Ist es nicht herrlich, Eisenbahnen zu errichten, durch welche fürs erste eine Menge Fuhrleute und andere Handwerksarbeiter um ihren Verdienst kommen, und fürs zweite durch ebendiese Prachtstraßen dem Landmann so viele Grundstücke zerstört werden, daß er nachher bald genötigt ist, den Bettelstab zu ergreifen? Und welch ein anderer großer Nutzen sieht erst fürs dritte heraus: dieser besteht darin, daß auf solchen Wegen aller Luxus und alle Industrie desselben um so schneller befördert werden kann, damit die arme Menschheit ja desto geschwinder leiblich wie geistig zugrunde gerichtet wird und die Herzen der Reichen baldmöglichst so fest werden wie die Straßen, auf denen sie miteinander durch Handel, Wechsel und Trug konversieren.
Sind das nicht herrliche Früchte großer Belesenheit und daraus hervorgehender Gelehrtheit?
Heißt man nicht den einen gescheiten Mann, der sich seinen Verstand zu Geld machen kann?
Eben darum aber, weil der Verstand so viel Geld einträgt, ist die Liebe ganz außer Kurs gekommen, und die Tätigkeit nach ihr kennt man beinahe nicht mehr. Denn man hat ja Maschinen genug, die aus dem Verstande heraus tätig sind; wozu der Menschenhände?
Denn Menschenhände könnten durch ihre Tätigkeit ja etwa gar in einem oder dem andern großen Geschäftsmann Liebe zu seinen Arbeitern erwecken. Um sich dieser Gefahr nicht auszusetzen, lasse man ja fleißig Maschinen errichten; denn diese arbeiten viel geschwinder und nehmen nie das Herz des Besitzers in Anspruch, sondern höchstens dann und wann, wenn zufälligerweise an ihnen etwas beschädigt wird, den Verstand, der das Beschädigte wieder allenfalls auf dem Wege einer Minuendo-Lizitation ausbessern läßt.
Saget, ob es nicht bei euch buchstäblich also geht?
Das Betteln ist untersagt; aber das Maschinenbauen wird mit Prämien belohnt. Was denn hernach mit den Armen? Oh, da wird ja auch gesorgt! Es gibt ja eine Menge Armenhäuser und Armenväter; es werden Sammlungen angestellt und werden Theater und Bälle gegeben. Dadurch ist für die Armen schon so gut gesorgt, daß die ersteren zu Halbarrestanten werden, und die zweiten, noch Freien, bekommen monatlich eine so erstaunliche Summe, daß sie sich mit derselben höchstens an einem Tage einmal halbwegs satt essen könnten. Wieviel aus der Armenkasse so ein Armer bekommt, brauche Ich euch nicht bekanntzugeben; das wißt ihr hoffentlich selbst.
Stellet aber neben solcher Beteilung das menschliche Bedürfnis auf und das Verbot zu betteln, so wird es euch sicher klar, wie ‚vortrefflich‘ für jene Arme gesorgt ist, die noch glücklicherweise aus irgendeinem solchen Fonds beteiligt sind. Was aber bleibt für diejenigen übrig, die bei den Armenvätern noch kein Gehör gefunden haben!?
Seht, was das für herrliche Früchte der Literatur, der Belesenheit und der großen Kultur des Verstandes sind!
Wäre es denn nicht besser, weniger zu lesen und zu lernen? Und das bestehe darin, daß man wisse, was die Pflicht eines Menschen, ja gar eines Christen sei!
Wäre es, wie gesagt, nicht besser, nach solcher wenigen, aber nützlichen
Wissenschaft vollauf tätig zu sein und dadurch die wahre Pflicht eines Menschen zu erfüllen, als die Zeit seines ganzen Lebens hindurch zu lesen und zu schreiben, aber die Tätigkeit nach Meinem Worte gänzlich zu vergessen?
Ich sprach es: „Seid nicht eitle Hörer, sondern Täter des Wortes!“ Wo aber sind
diese Täter nun? Sind es etwa die Maschinen- und Luxusfabrikanten? Oder sind es die
Eisenbahndirektoren und Unternehmer? Sind es etwa die Industrieritter oder die
Zuckerplantageninhaber in Amerika? Oder ist es etwa die geld-, gold- und herrschsüchtige Geistlichkeit? Fürwahr, Ich bin doch gewiß mit überaus weitsehenden und scharfen Augen versehen – und bin genötigt, Mir ebenfalls stark vergrößernde Fernrohre zu kreieren, um mit denselben die Täter Meines Wortes auf der Erde aufzusuchen. Bei trillionenmaliger Vergrößerung geht es Mir noch schlecht; denn da zeigt sich die Zahl noch so klein, daß Ich sie fürwahr noch nicht recht ausnehmen kann, ob sie ein Tausender, ein Hunderter, ein Zehner oder gar eine Null ist.
Ich habe daher jetzt ein viel größeres Fernrohr in der Arbeit! Ihr werdet sicher verstehen, was Ich damit sagen will, indem ihr selbst ein wenig daran arbeitet; eine ganze Zentralsonnenscheibe soll zum Objektive dienen. Durch dieses will Ich die Zahl der Täter Meines Wortes genau beschauen. Sollte etwa für die ganze Erde sich ein reiner Zehner darstellen, so will Ich Mein Gericht noch auf tausend Jahre verschieben; wenn aber die Zahl unter Zehn steht, so werde Ich Meine Geduld bis zu einem großen allgemeinen Gericht auf die Zahl der Täter Meines Wortes beschränken, – das heißt für jeden Täter ein Jahr.
Man wird freilich sagen: „Herr! Es gibt ja noch recht viele wohltätige Menschen!“; Ich aber sage darauf: „Ja, es gibt recht viele einhunderttausendstel, einzehntausendstel und eintausendstel, wohl auch einhundertstel Täter Meines Wortes. Wenn Ich sie aber
zusammenaddiere, so wird kaum einer daraus!“
Wieso aber? Was ist der, so er Hunderttausende besitzt und gibt davon an die Armen jährlich höchstens den zehntausendsten Teil seines Vermögens und kennt aber dennoch Mein Wort, das Ich zu dem reichen Jüngling gesprochen habe? Frage: Ist ein solcher mehr als ein Zehntausendstel-Täter Meines Wortes? Wahrlich, nach solchen frage Ich nicht; diese werden sich in Meinem Fernrohre auch nicht ausnehmen, sondern nur die Ganzen!
Zu Noahs Zeiten hatte Ich ebenfalls einen solchen Tubus aufgerichtet; und da Ich nicht mehr fand als acht alleinige Täter Meines Wortes, so ließ Ich das Gericht ergehen. Ich fürchte nun, ob Ich bei der gegenwärtigen Beschauung die Zahl Noahs treffen werde, und das aus dem Grunde, weil die Politik und die Industrie diesmal schon einen bei weitem höheren Gipfel erreicht hat als zu den Zeiten Noahs; und was die allenthalben vorkommende Grausamkeit betrifft, so steht Hanoch nicht um ein Haar vor! Nehmt nur die ‚Zwölf Stunden‘ zur Hand und vergleichet!
Also ist es jetzt, wie es zu den Zeiten Noahs war, eine reife Frucht der Literatur und der großen Belesenheit. Daraus aber wird auch klar, daß das Heil des Menschen nie vom Viellesen und Vielhören, sondern vom Tun nach dem Gesetze der Liebe abhängt!
Ich meine, das dürfte auch klar sein; aber darum nächstens doch eine Zentralsonne
mehr wegen der Vergrößerung des Objektivglases auf Meinem Fernrohre!

Isa (Jesus) im Koran

koran_bibel Der folgende Text ist nicht mein geistiges Eigentum. Ich habe lediglich die Informationen aus dem Video „Jesus im Koran 1.Antwort an Dr Zakir Naik + Pierre Vogel Isa im Qur’an“ von Robert010664 schriftlich festgehalten. Inhaltlich wurde nichts verändert, lediglich die Koranstellen komplett eingefügt. Anmerkungen des Verfassers (also von mir) wurden deutlich gekennzeichnet. Farbliche Hervorhebungen sind ebenfalls von mir.

Isa (Jesus) im Koran

Alle Koranzitate aus der Frank Bubenheim Übersetzung, hrsg. Von der König Fahad-Akademie, alle Bibelzitate aus der Schlachter 2000

Es gilt im Folgenden die These „Geist Allahs = Engel Gabriel“ zu untersuchen:

Argument 1
Isa – geboren von einer Jungfrau

„Sie nahm sich einen Vorhang vor ihnen. Da sandten Wir Unseren Geist zu ihr. Er stellte sich ihr als wohlgestaltetes menschliches Wesen dar. “ [Sura Maryam 19:17]

„Und (auch) diejenige, die ihre Scham unter Schutz stellte 1. Da hauchten Wir ihr von Unserem Geist ein und machten sie und ihren Sohn zu einem Zeichen für die Weltenbewohner.“ [Sura 21 al-Anbiya‘ 91]
__________________
1Nämlich: Maryam (Maria), ‚Isas (Jesu Christi) Mutter, die ihre Jungfräulichkeit wahrte.

In der Koranübersetzung von Abu-r-Rida Muhammad ibn Ahmad ibn Rassoul, die bei der Verteilaktion LIES! verschenkt wird,  wird es mit „da sandten wir unseren Engel Gabriel zu ihr“ anders übersetzt.

Aber ist der „Geist Allahs“ gleich der Engel Gabriel? Diese Aussage steht nirgendwo wortwörtlich im Qur’an. Dagegen steht im Qur’an, dass Isa der Geist Allahs ist:

„0 Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurer Religion und sagt gegen Allah nur die Wahrheit aus! al-Masih ‚Isa, der Sohn Maryams, ist nur Allahs Gesandter und Sein Wort, das Er Maryam entbot, und Geist von Ihm. Darum glaubt an Allah und Seine Gesandten und sagt nicht „Drei“ 1 . Hört auf (damit), das ist besser für euch! Allah ist nur ein Einziger Gott. Preis sei Ihm (, und Erhaben ist Er darüber), daß Er ein Kind haben sollte! Ihm gehört (alles), was in den Himmeln und was auf der Erde ist, und Allah genügt als Sachwalter.“ [Sura 4 an-Nisa‘ 171]
_______________
1 D.h.: sagt nicht von Allah, daß Er in einem drei sei.

Anm. d. Verf: Einige Muslime nehmen diese Stelle aus dem Koran sehr oft als Argument gegen die Dreieinigkeit Gottes oder die Göttlichkeit Jesu Christi. Unter „Leute der Schrift“ und „eurer Religion“ im ersten Satz der Āya verstehen sie die Christen, die sich auf die Schrift (die Bibel) berufen. Könnten hiermit aber nicht auch die „Schriftgelehrten“ gemeint sein, die auch Jesus schon zurechtgewiesen hatte und die seine Göttlichkeit nicht erkannten? Es geht in der Āya nämlich damit weiter, dass „al-Masih ‚Isa, der Sohn Maryams“, Allahs WORT sei. In der Bibel lesen wir in Johannes 1,1 ebenfalls „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Jesus ist also sowohl im Koran als auch in der Bibel das Wort des jeweiligen Gottes. In meinen Augen ist die Sura 4 an-Nisa‘ 171 sogar ein Beweis für die Dreieinigkeit Gottes, wenn man die Anmerkung 1 ignoriert. Lesen wir doch mal genau: Im ersten Satz der Āya lesen wir von zwei Eigenschaften Isas (Jesus‘) in Bezug auf Allah (1 Gott, den Vater). Isa ist das Wort Allahs (2 Sohn, der Gesandte) und Isa ist Geist von Allah (3 Heiliger Geist). Weiter in der Āya weist uns der Koran darauf hin, dass wir aus diesen drei Eigenschaften Allahs nicht „Drei“ (Götter, Anm. d. Verf.) machen sollen, sondern „Allah ist nur ein Einziger Gott“. Somit hätten wir die Dreieinigkeit. Jetzt steht aber leider in der Originalausgabe eine Anmerkung hinter „Drei“, nämlich „D.h.: sagt nicht von Allah, daß Er in einem drei sei.“ Nun kann ich kein arabisch und weiß nicht, was dort wirklich steht und wie es korrekt übersetzt heißt, daher verlasse ich mich hier also auf die Übersetzung von Abdullāh as-Sāmit Frank Bubenheim. Das ist auch irgendwie lustig: Wenn man also die Anmerkung beachtet und in seine Gedanken aufnimmt, dann spricht der Koranvers GEGEN die Dreieinigkeit. Ignoriert man die Anmerkung aber, so kann man diesen Vers auch so interpretieren, dass er FÜR die Dreieinigkeit spricht.

Ich finde es aber schon beachtlich, dass im Koran gesagt wird, Jesus ist das Wort Allahs. Das ist eine gewaltige Aussage, denn auch in der Bibel ist Jesus das Wort Gottes.

Weiter im Text mit dem Video:

Argument 2
Deutungen anderer Gelehrter

Die Mehrheit der muslimischen Theologen lehrt, dass mit „Geist Allahs“ der Engel Gabriel gemeint ist. Es gibt aber auch wenige muslimische Theologen, die es anders formulieren und man erkennt hier klar die biblischen Parallelen.

„Wir haben Jesus in Maria eingehaucht“ [Al-Zamakhshari (3/113)]

„Wir gaben Jesus im Mutterleib das Leben“ [Baydawi (2/87)]

Argument 3
Allah befiehlt den Engeln Adam anzubeten

In dieser Sura geht es um die Schöpfung Adams durch den Geist Allahs

„29. Wenn Ich es zurechtgeformt und ihm (Adam) von Meinem Geist eingehaucht habe, dann fallt und werft euch vor ihm nieder.“ 30. Da warfen sich die Engel alle zusammen nieder,“ [Sura 15 al-Higr 29;30]

„Und Wir haben euch ja erschaffen. Hierauf haben Wir euch gestaltet. Hierauf haben Wir zu den Engeln gesagt: „Werft euch vor Adam nieder!“ Da warfen sie sich nieder, außer Iblis. Er gehörte nicht zu denjenigen, die sich niederwerfen.“ [Sura 7 al-A’raf]

„Und als Wir zu den Engeln sagten: „Werft euch vor Adam nieder!“ Da warfen sie sich nieder, außer Iblis. Er weigerte sich und verhielt sich hochmütig und gehörte zu den Ungläubigen.“ [Sura 2 al-Baqara 34]

Wenn man nun diese Stellen aus dem Koran liest, stellt sich die Frage, wer nun genau auf Allahs Befehl hin angebetet werden soll?

  1. Soll Adam angebtet werden?
  2. Soll der Geist Allahs, der gar nicht Allah ist, angebetet werden?
  3. Soll der Engel Gabriel angebetet werden?

Hieraus ergibt sich für die muslimische Theologie nun ein ernstes Problem, denn der Shirk (Beigesellung neben Allah, Götzendienst, Polytheismus, Abgötterei, Idolatrie oder Ähnliches, wikipedia) ist im Islam die größte Sünde.

Argument 4:
Der Geist Allahs wirkte das Wunder der Geburt Isa’s

„Und (auch) diejenige, die ihre Scham unter Schutz stellte 1. Da hauchten Wir ihr von Unserem Geist ein und machten sie und ihren Sohn zu einem Zeichen für die Weltenbewohner.“ [Sura 21 al-Anbiya‘ 91]
__________________
1Nämlich: Maryam (Maria), ‚Isas (Jesu Christi) Mutter, die ihre Jungfräulichkeit wahrte.

„Und (auch von) Maryam, ‚Imrans Tochter, die ihre Scham unter Schutz stellte 2 , worauf Wir in sie 3 von Unserem Geist einhauchten. Und sie hielt die Worte ihres Herrn und Seine Bücher 4 für wahr und gehörte zu den (Allah) demütig Ergebenen.“ [Sura 66 at-Tahrim 12]
__________________
2 D.h.: die ihre Jungfräulichkeit wahrte, nämlich Maryam (Maria), ‚Isas (Jesu Christi) Mutter.
3 D.h.: in ihre Scham.
4 Andere Lesart: Sein Buch / Seine Schrift.

Das Missverständnis besteht darin, dass der Engel Gabriel zwar zu Maria kam, aber nur, um ihr die Jungfrauengeburt anzukündigen, die durch den heiligen Geist bewirkt wird. So lesen wir in der Bibel in Lukas 1

31 Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben.
[…]
34 Maria aber sprach zu dem Engel: Wie kann das sein, da ich von keinem Mann weiß? – siehe auch Sura Maryam 19:20

35 Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.

Transkribiert ab 07:49:
„Nun, hier sehen wir…das ist genau identisch zu dem, was die Sura Maryam sagt, dass die Jungfrauengeburt bewirkt worden ist durch den Geist ALLAHS, durch den Geist GOTTES, durch den heiligen Geist. Nun, ich möchte gerne noch auf eine sehr interessante Stelle eingehen hier in der Sura Maryam… da heisst es nämlich im zweiten Teil der Āya 17: „Er stellte sich ihr als wohlgestaltetes menschliches Wesen dar“. Wer? Der Geist Allahs. Nun, das wird so nicht in der Bibel gelehrt, dennoch finde ich diese Stelle hochinteressant. Hier spricht es von der Inkarnation des Geistes Allahs in einem wohlgeformten, perfekten menschlichen Wesen. Das ist genau das, was uns das neue Testament auch von der Inkarnation von Gottes Geist in Jesus Christus berichtet. Fast in gleichen Worten steht hier in Philipper 2, 6-7

5 Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, 6 der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; 7 sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen;

Das ist fast gleich zu dem, was in der Sura Maryam 19:17 steht:

„Da sandten wir unseren Geist zu ihr. Er stellte sich ihr als wohlgestaltetes menschliches Wesen dar.“ – nach König Fahd ibn Abd al Aziz Al Su’ud

So auch in 1. Timotheus 3,16:

16 Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottesfurcht: Gott ist geoffenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, verkündigt unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.

Das sind Formulierungen die fast identisch sind. Nun, ich weiß, dass dies für Muslime eigentlich eine der absoluten Unmöglichkeiten ist daran zu glauben, dass Gott inkarniert ist in einen menschlichen Körper. Für uns als Christen ist dies eigentlich die zentrale Lehre der Erlösung, denn die Lehre der Erlösung ist für uns als Christen eins der fundamentalsten Dinge. Ich weiß, dass das für sie im Islam auch so ist, auch sie fragen sich „Wie kann ich rein werden von meiner Sünde? Wie kann ich den Weg ins Paradies finden? Wie kann ich Vergebung meiner Sünden empfangen, um nicht in die Hölle zu kommen?“ Das sind ernsthafte schwierige Fragen, die sowohl von Christen, als auch von ihnen als Muslime gestellt werden […]“

Ich empfehle sich das ganze Video anzusehen, da ich hier nur teilweise transkribiert habe.

sura al imran

Das Wort (1974, S.55) – Entrückung

Der folgende Text ist zitiert aus der Zeitschrift Das Wort (1974, S.55)

RaptureR.V. in K. Ihre Anfrage betrifft die Entrückung gem. 1. Thess. 4, 13 ff. Sie schreiben, aus ihrer Jugendzeit kommen sie aus Darbisten-, später Baptistenkreisen, in denen die Betrachtung des Begriffs „Entrückung“ immer eine große Rolle spielte. Man ist der Meinung, dass mit der Entrückung die Menschheitsgeschichte praktisch zu Ende sei.

Was sagen nun hierüber die Lorberwerke aus?

Antwort: Die Lorberwerke künden viel von der Wiederkunft Jesu Christi, auch von seinem Kommen in den Wolken des Himmels, doch von einer Entrückung „ihm entgegen auf den Wolken in die Luft“, wie es Paulus [in] 1. Thess. 4, 13 ff. verheißt, wissen sie nichts. Es ist wohl einmal von einer Entrückung die Rede (Gr. Ev. X 156, 5), die aber erst bei dem letzten Feuergericht am Ende des 1000jährigen Reiches stattfinden soll, von dem [in] Offenb. 20,9 die Rede ist. Hören wir nun, was Paulus über die Entrückung 1. Thess. 4, 13 ff. schreibt:

(Im Original ist hier die Menge Übersetzung zitiert, ich zitiere die Bibelstelle aus der Schlachter 2000, Anm. d. Verf.)

13 Ich will euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben. 14 Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen. 15 Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrigbleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen; 16 denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. 17 Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.

Paulus macht diese Voraussage auf Grund eines Wortes des Herrn. Es ist aber ein solches Herrenwort zu dieser Frage nicht überliefert, sodass er möglicherweise auf eine persönliche Offenbarung Bezug nimmt. Ferner hat man den bestimmten Eindruck, dass Paulus die Hoffnung beseelte, er dürfe die Auferstehung der Gläubigen bei der Wiederkunft Jesu und die Entrükkung noch selbst miterleben. Die Verbreitung solcher Hoffnungen im ersten Jahrhundert, die oft die Frage wachriefen, weshalb der Herr noch immer nicht komme, ist wohl aus der damaligen Endzeiterwartung erklärlich (1. Kor. 15, 51 ff.; 2. Thess. 1, 7; 1. Petr. 1, 13; 5, 4; Hebr. 10, 37).

Pfarrer O. Feuerstein schreibt in seinem aufschlußreichen Büchlein Die Auferstehung des Fleisches:

Gott hat diese irrige Erwartung zugelassen, weil sie damals dazu beitrug, dass die Christenheit wach blieb in Erwartung ihres Herrn und Vaters. In allen Jahrhunderten war seither diese Naherwartung der Wiederkunft des Herrn lebendig. Es waren immer die eifrigsten und ernstesten Christen, die meinten, die Wiederkunft Christi sei jetzt unmittelbar nahe. Paulus hat sich übrigens später korrigiert. Er kam gegen Schluss seines Lebens zur Erkenntnis, dass er noch vor der Wiederkunft Christi sterben werde. Er schreibt deswegen an die Korinther (2. Kor. 5, 8), er habe jetzt Lust, aus dem Leibe auszuwandern und gegenwärtig bei dem Herrn zu sein. Wie Paulus „Lust hatte abzuscheiden, um bei Christus zu sein“ (Phil. 1, 23), oder wie er (2. Kor. 5, 8) glaubt, dass er bei seiner Auswanderung aus dem Leib „gegenwärtig beim Herrn ist“, so musste er dies auch von seinen im Glauben an den Herrn gestorbenen Gemeindegliedern erwarten. Konnte er da wohl noch glauben, dass sie bei einer der Zukunft vorbehaltenen Wiederkunft Jesu wieder in ihren verwesten Leichnamen als Entschlafene aus dem Grabe auferstehen und verwandelt dem Herrn entgegengerückt werden in die Luft, um bei ihm zu sein, nachdem sie schon als Verwandelte – „als aus dem Leib ausgewanderte“ – bewusst fortlebende Geistpersonen beim Herrn waren?

Wenn wir wissen, dass der Mensch nach dem Tode weiterlebt, je nach dem Zustand seiner Liebe und seiner Werke, so werden wir uns doch fragen müssen, was es mit der Auferstehung der in den Gräbern Liegenden bei der Wiederkunft Jesu in den Wolken des Himmels, bei der Stimme des Erzengels, beim Schall der Posaunen für eine Bewandtnis hat.

Wie die Wiederkunft Jesu eine geistige sein wird, so sind auch die damit zusammenhängenden Beschreibungen geistige Entsprechungsbilder. In der materiellen Welt muss alles umhüllt sein, damit das innerste Göttliche nicht verunreinigt werden kann. So ist auch das göttliche Wort durch den Buchstabensinn wie in eine Wolke eingehüllt, in welcher der innere und himmlische Sinn oder die Herrlichkeit des Herrn verborgen ist. Schon im alten Testament verstand man unter der Wolke die Gegenwart des Herrn. Sie bedeckte das Bundeszelt, die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Hütte des Stifts, weil – die Wolke sich darauf niedergelassen hatte (2. Mose 16, 10; 34, 5; 40, 34-38).

Will der Herr uns rein Geistiges verkünden, so kann Er das nur mittels des äußeren Wortes auf dem Wege gleichnishafter Entsprechungsbilder. So sind unter den Engeln mit den Posaunen große göttliche Offenbarungen zu verstehen, die das Gotteswort der Bibel wieder neu erschließen, wodurch die im Geiste tot gemachten Menschen gleichsam aus den Gräbern ihrer Nacht erweckt und dem Herrn geistig entgegengerückt werden.

„In der Zeit der Drangsal wird nach Matth. 24, 29 ff. die Sonne (der Gottesgeist der Liebe und Gnade) sich verfinstern und der Mond (das Verstandeslicht) dadurch seinen Schein verlieren. Die Sterne (alte Erkenntnisse) werden vom Himmel fallen (zunichte werden) und die Kräfte der Himmel (alle göttlichen Kräfte in der Welt) werden in Erschütterung geraten. Dann aber wird das Zeichen des Menschensohnes (das Kreuz als Zeichen der aufopfernden Liebe) am Himmel (vor dem Geist des Menschen) erscheinen. Alle Weltvölker werden wehklagen und den Menschensohn in den Wolken des Himmels (neuen Offenbarungen) mit großer Macht und Herrlichkeit kommen sehen“ (Grdfr. S. 551).

Luk. 17, 31 ff. hören wir noch: „Wer auf dem Dache ist, steige nicht hernieder (wer ein wahres Verständnis hat, bleibe in demselben). Wer auf dem Felde (der Erkenntnisfreiheit) sich befindet, wende sich nicht nach alten Truglehren um. Wo zwei in einer Mühle mahlen (das gleiche tun), in einem Bette schlafen (das gleiche Glaubensbekenntnis haben), wird der wahre Glaube in der Tat angenommen, der andere nicht“ (IX 70).

So wird Jesus in seiner urgöttlichen Persönlichkeit auch niemand richten. Das Gericht bereiten sich die Menschen selbst in ihrem Verhalten dem göttlichen Wort gegenüber. „Wer meine Worte hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Es kommt die Stunde und sie ist schon jetzt, dass die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören und die sie hören werden, werden leben“ (Joh. 5, 24 u. 25).

Die Lorberschriften wissen jedoch auch von einer leiblichen Wiederkunft Jesu. Dabei wird Er aber nicht mehr in einem von einem Weibe gebildeten Fleischleib wiederkommen, sondern in seinem verklärten Geistleib. „Dieser Leib bleibt verklärt, so wie ich als Gott von Ewigkeit, und so benötige ich nimmerdar eines zweiten Leibes“ (IX 94, 2). Wenn ein großer Teil der Menschen Ihn in den Wolken des Himmels, in seinem göttlichen Wort erkannt und erlebt haben wird: „Dann werde Ich auch hie und da persönlich und leibhaftig sichtbar (im verklärten Geistleib) zu denen kommen, die Mich am meisten lieben und nach Meiner Wiederkunft die größte Sehnsucht und dafür auch den vollen und lebendigen Glauben haben werden“.

Und zur letzten Frage: Wie wird das Endgericht für die Sünder, die Ungläubigen, die geistig Toten, für die, welche überhaupt keine Christen sind, aussehen? Wie sieht, abgesehen von dem irdischen Gericht, das sich die Menschen selbst bereiten, bei denen das göttliche Gericht aus?

Da gibt uns Paulus eine wunderbare Schau des göttlichen Heilsplans, der sehr zum Nachdenken anregt: „Gott hat die ganze Menschheit in Ungehorsam fallen lassen, um Erbarmen an allen zu üben. O welch eine unermeßliche Größe der Gnadenfülle, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes. Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege. Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Wer hat ihm zuvor etwas gegeben, wofür ihm Vergeltung zuteil werden müßte? Ja, von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.“ (Röm. 11, 32-36 Menge.)

He. Z.

21.12.2012 „Weltuntergang“

Ein paar kurze Worte zum Weltuntergang. Für viele Menschen ist die Welt schon untergegangen und für jeden noch lebenden Menschen kommt einmal der Tag, wo seine persönliche Welt untergehen wird. Dieser Prozess ist als Sterben bekannt, sein Ergebnis der Tod. Der Tod ist eine unausweichliche Realität, niemand kommt an ihm vorbei. ABER: Es gibt da einen, der den Tod besiegt hatte. Damals, vor  ~1979 Jahren auf Golgatha. Es war der Jude Jesus Christus, aber es war nicht nur irgendein Jude und auch nicht nur irgendein Mensch, sondern Gott selbst war es, der von seinem eigenen Volke zum Tode verurteilt wurde und am Kreuz für die Erbsünde der Menschheit sterben musste, so wie es schon im alten Testament von den Propheten prophezeit wurde. Da er aber am dritten Tage wiederauferstanden ist, hatte er – stellvertretend für alle Menschen – den Tod besiegt. Jetzt liegt es an jedem Menschen selber, an diesen Jesus, seine Versprechen und sein Evangelium (seine Liebelehre) zu glauben und möglichst in die Tat umzusetzen und umzukehren (Sündenbekenntnis, Reue). So kann man seinem persönlichen Weltuntergang hoffnungsfroh begegnen.

GEJ 5, 237
11] Ist denn nicht ein Tag, in welchem ein Kind zur Welt geboren wird, dessen jüngster Tag? Oder ist nicht selbst ein jeder Tag, den du erlebst, ein jüngster, und dagegen dein Geburtstag, der dir einst ein jüngster war, nun dein ältester?
12] Das Fleisch, aus dem nun dein Leib besteht, das wird verwesen, übergehen in Würmer und Pflanzen und in deren Seelen, und es werden aus ihm ganz fremde Wesen, die dann ewig mit deiner Seele und mit deinem Geiste nichts mehr zu tun haben werden. Verstehe! Der a jüngste Tag für deine Seele wird aber nach dem dir nun Erklärten offenbar der sein, an dem du aus deinem Leibe wirst genommen werden.« {a joh.06,39 f.; joh.11,24; joh.12,48; mt.12,36; mt.12,41 f.}

Ursünde und Bedeutung des Erlösungswerkes

BD 7136  empfangen 1.6.1958

Ursünde und Bedeutung des Erlösungswerkes …. Und so werdet ihr immer wieder dessen erinnert, daß Ich für euch am Kreuz gestorben bin …. Euch Menschen auf Erden und allen noch unerlösten Seelen im Jenseits bringe Ich es immer wieder ins Gedächtnis, oder Ich leite euch das Wissen darüber zu, wenn ihr es noch nicht erfahren habt, weil ihr nicht ohne Kenntnis bleiben dürfet, wollet ihr jemals zur Seligkeit gelangen. Was nützt es euch Menschen, wenn ihr auch wisset um den Menschen Jesus, Der Sein Erdenleben mit dem Tode am Kreuz beschloß, wenn ihr nicht um die geistige Bedeutung Seines Kreuzestodes wisset, um die Mission, die der Mensch Jesus ausgeführt hat um der sündigen Menschheit willen. Und ob euch auch gesagt wird: Er hat die Menschheit erlöst von der Sünde …. ihr findet doch keinen Zusammenhang, und es bleiben für euch nur Worte, deren Sinn ihr nicht erfasset. Und solange ihr nicht um die Begründung eures Daseins als Mensch auf dieser Erde wisset, werdet ihr auch nicht verstehen können, warum die Menschheit sündig genannt wird …. wenngleich ihr alle nicht frei von Sünde seid. Aber es gewinnt das Erlösungswerk Jesu Christi erst an Bedeutung, wenn ihr um die Ursünde wisset, die Anlaß eures Erdendaseins überhaupt ist …. Diese Sünde ist in ihrer Größe nicht zu vergleichen mit der Sündhaftigkeit der Menschen, wenngleich letztere auch erst die Folge der ersteren ist. Aber was ein Mensch auf Erden begeht an Sünden, das würde er auf Erden oder auch im jenseitigen Reich einmal abbüßen können, und ob noch so viel Zeit dafür erforderlich wäre …. Die Ursünde abzubüßen aber ist euch Menschen nicht möglich, weder während des Erdendaseins noch im jenseitigen Reich, denn diese Ursünde bestand nicht in einem Vergehen eines an sich schon unvollkommenen Wesens, sondern sie wurde begangen von in-höchster-Vollkommenheit-stehenden Wesen, denen es nicht am Licht der Erkenntnis mangelte, die sich nur beherrschen ließen von dem Gefühl, Mich übertrumpfen zu können …. die also ihre Licht- und Kraftfülle überheblich werden ließ …. Diese Sünde ist nicht von dem Wesen selbst abzubüßen, denn sie ist unermeßlich groß, und Ewigkeiten würden nicht genügen, von jener Schuld frei zu werden …. Durch diese Sünde fielen die Wesen in die tiefste Tiefe, d.h., Licht und Kraft verloren sie, und sie verkehrten sich gleichsam in das Gegenteil, sie verloren alle göttlichen Eigenschaften und nahmen dafür alle schlechten Eigenschaften und Triebe an, sie wurden zu Meinen Gegnern …. bis sich ihre geistigen Substanzen völlig verhärteten und sie sich ihres Seins nicht mehr bewußt waren …. Und dieses verhärtete Geistige bannte Ich nun in der Form, d.h., Ich löste es auf in unzählige geistige Partikelchen und zeugte diese in unzählige Schöpfungswerke ein, die Meine Liebe und Macht und Weisheit nur zu dem Zweck erstehen ließ, jenes gefallene Geistige wieder zurückzuführen zu Mir, weil es zur Seligkeit bestimmt war und die Seligkeit nur bei Mir finden kann. Und es ist dieser Gang durch die Schöpfung wohl auch ein Sühnungsakt jener unermeßlichen Schuld, aber er wird im Mußzustand zurückgelegt, im gebundenen Willen, und kann daher nicht als Abtragung jener Schuld gewertet werden …. Es muß also das Wesen einmal wieder in den Zustand gelangen, wo es freiwillig seiner Schuld ledig zu werden begehrt, wo ihm so weit die Erkenntnis geschenkt werden kann, daß es sich vergangen hat und es doch auch einen Weg gibt, von dieser großen Schuld frei zu werden …. Es muß wissen, daß dieser Weg der Weg ist zum Kreuz, daß eine Freiwerdung von der Urschuld nur durch die Anerkennung des göttlichen Erlösers und Seines Erlösungswerkes möglich ist und daß dieser Weg zum Kreuz während des Erdenlebens gegangen werden muß, um nach dem Leibestode wieder in das Lichtreich aufgenommen werden zu können, das die eigentliche Heimat jedes Menschen auf Erden ist. Doch auch im Jenseits neigt sich Meine erbarmende Liebe noch den Seelen zu, die in der Tiefe schmachten. Auch im Jenseits erfahren die Seelen von Meinem Erlösungswerk, und sie können auch dort noch den Weg nehmen zu Mir in Jesus Christus, doch nicht mehr den hohen Grad der Vollkommenheit erreichen, den sie auf Erden hätten erreichen können durch die Anerkennung Jesu als Gottes Sohn und Erlöser der Welt, in Dem Ich Selbst Mich verkörperte, um ihre Anerkennung zu finden, die sie Mir einstens verweigert hatten. Ihr Menschen müsset um diese große Bedeutung des Erlösungswerkes wissen, ihr dürfet nicht den Namen Jesus nur nennen als eines Menschen Namen, Der einmal über die Erde ging mit hohen ethischen Zielen …. Es war eine bedeutsame Mission, zwecks derer Er auf Erden weilte, und diese solltet ihr zu ergründen suchen, solange in euch noch Unklarheit ist, denn es hängt von eurer Erkenntnis und eurem guten Willen ab, ob ihr den Erdengang erfolgreich zurücklegt, ob euch das Reich wiederaufnehmen wird, das eure wahre Heimat ist ….

Amen

Vom Golde und Silber

Das große Evangelium Johannes, 55. Kapitel
[GEJ.09_055,01] Als Ich diese Erklärung beendet hatte, da kam auch der Wirt mit dem geheilten Sohne und kündigte uns an, daß das Morgenmahl alsbald bestens bereitet auf den Tisch gesetzt werde? Zugleich aber bat er in aller Ehrerbietung Mich um einen Rat, was er tun solle, indem sein Weib und seine Kinder ihn in einem fort ordentlich quälten, daß er ihnen sagen solle, wer und woher Ich sei, daß Ich dem Sohne ohne ein Mittel das eine blinde Auge wieder sehend habe machen können. Er wie auch der geheilte Sohn aber wollten Mich darum nicht verraten, weil Ich ihnen das untersagt habe.
[GEJ.09_055,02] Ich aber sagte: „So Ich nach dem Morgenmahle ohnehin bald weiterziehen werde, dann erst entdecke ihnen, wer und woher Ich bin; denn so du ihnen das nun sogleich sagen würdest, da wäre bald Meine Gegenwart in der ganzen Stadt ruchbar, und du könntest vor Zudrang der Menschen in deinem Hause sehr belästigt werden. Du wirst noch nach Meinem Abgange mit den Neugierigen deine Not bekommen; um wie vieles mehr würde das nun während Meiner Gegenwart der Fall sein!“
[GEJ.09_055,03] Mit dem war der Wirt und der Sohn völlig zufrieden und ging und besorgte das Morgenmahl.
[GEJ.09_055,04] Es ward darauf sogleich in silbernen Schüsseln auf den Tisch gebracht, so wie auch der Wein in großen silbernen Bechern. Meine Schüssel und Mein Weinkelch aber waren aus reinstem Golde angefertigt, und Ich fragte den Wirt, warum er das getan hätte, da Ich an derlei irdischer Pracht niemals ein Wohlgefallen habe.
[GEJ.09_055,05] Er aber verneigte sich tief vor Mir und sagte (der Wirt): „O Herr und Meister, ich weiß es wohl, daß Du an derlei niemals ein Wohlgefallen hast, daß man Dich nur mit einem mit reiner Liebe erfüllten Herzen wohlgefällig ehren und preisen kann. Du hast aber in Mir schon einen Menschen gefunden, der Dich im Herzen über alles geehrt und gepriesen hat und Dich fortan also noch mehr ehren und preisen wird. Ich aber dachte mir, daß ich eine Sünde begehen würde, so ich Dir als dem höchsten Herrn Himmels und der Erde nicht auch die Ehre erwiese, die man doch besseren Menschen zu erweisen pflegt!
[GEJ.09_055,06] Du hast ja die ganze Erde mit allem, was sie enthält, erschaffen, und so denn auch ihr Gold und Silber, und so zeugen ja auch diese Metalle, die von den Menschen schon seit gar lange her als die edelsten und somit auch wertvollsten anerkannt worden sind, von Deiner Liebe, Weisheit, Macht, Größe und Ehre! Und so denke ich in meiner Schlichtheit, daß es besser ist, Dich als den Schöpfer auch des Goldes und des Silbers mit diesen Metallen nach unserer menschlichen
Weise zu ehren, als mit ihnen einen schmählichen Wucher zu treiben oder um ihretwillen die blutigsten Kriege zu führen und tausendfaches Unheil über die arme Menschheit wie aus der Hölle heraufzubeschwören.“
[GEJ.09_055,07] Sagte Ich: „Ja, ja, da hast du freilich auch wohl recht; wenn alle Menschen dir gleich dächten und deines Herzens und Sinnes wären, dann würden ihnen Gold und Silber und Perlen und alle die kostbaren Edelsteine niemals zum Unheil werden! Aber weil die Menschen, die darauf sehen, daß Gott mit Gold und Silber und Perlen und Edelsteinen geehrt werde, ganz anders zu denken anfangen und sonach auch bald eines andern Sinnes werden, so wäre es sehr unweise von Gott, wenn Er Sich mit dem ehren ließe, was unter den Menschen zu allen Zeiten das meiste und größte Unheil gestiftet hat.
[GEJ.09_055,08] So wie du dachten auch die Erzväter der Erde und ehrten Gott vor goldenen und silbernen Altären und verrichteten ihre Preis- und Lobgebete in mit Gold und Silber und mit allerlei Edelsteinen reichlichst gezierten Tempeln, wie du solches im Tempel zu Jerusalem wohl ersehen kannst. Was war aber die Folge davon? Siehe, eben dadurch sind die benannten Metalle, Perlen und Edelsteine in der Einbildung der Menschen so überaus wertvoll geworden!
[GEJ.09_055,09] Als die Menschen am Ende von dem Werte dieser gottesverehrlichen Dinge in eine zu hohe Idee geraten sind, haben sie denn auch stets mehr und mehr in der Erde herumzuwühlen angefangen und suchten Gold, Silber und Perlen und Edelsteine, vergaßen dabei nach und nach auch Gott und meinten, Gott schon dadurch im höchsten Grade zu ehren und ungeheure Gnaden von Ihm zu erhalten, wenn sie Ihm zur Ehre irgend den größten Brocken Goldes, Silbers und der Edelsteine auf den Altar legen konnten.
[GEJ.09_055,10] Da aber doch nicht alle Menschen so geschickt waren, die benannten Dinge zu finden, um sich durch sie Gott wohlgefällig erweisen zu können, so befragten sie sich bei den Erzvätern, die zugleich Priester waren, wie viele Schafe, Kühe, Ochsen oder auch Kälber und Stiere sie anstatt soundso viel Goldes oder Silbers Gott zum Opfer bringen sollten, um Ihm wohlgefällig zu werden gleich dem, der da pur Gold und Silber Gott zum Opfer darbringt.
[GEJ.09_055,11] Da merkten es nur zu bald die Ältesten oder Priester, daß sich dabei ein
einträgliches Geschäft mit dem Gottesdienste gar leicht und etwa auch unschädlich verbinden ließe, und daß das zur Erbauung und Beruhigung der Menschen auch ganz wohl dienlich wäre. Und so fingen die Priester an, Gold und Silber und Perlen und Edelsteine zu wägen und bestimmten den Wert nach der Anzahl der verschiedenen Tiere, später auch nach dem Maße des Getreides, der Früchte, des guten Bauholzes, des Weines, der Kleidungsstoffe und noch einer Menge anderer Dinge.
[GEJ.09_055,12] Dadurch entstand schon der Tausch- und Stechhandel, die arge und wucherische Wechslerei, darauf Neid, Haß, Zorn, Verfolgung, Lüge, Betrug, Geilheit, irdische Pracht, Größe und Hoheit und Stolz und Verachtung unter den Menschen, da man ihren Wert nicht mehr nach ihrem inneren Seelenadel, sondern nur nach dem Gewichte des Goldes und Silbers, der Perlen und Edelsteine, nach der Größe der Herden, der Äcker und Weinberge und nach dem größeren Besitze auch anderer Dinge bestimmte.
[GEJ.09_055,13] Daß die Armen die Reichen beneideten und durch allerlei List ihnen den
Reichtum zu schmälern anfingen, wodurch Dieberei und Raub und Mord auch nicht lange auf sich warten ließen, ist eine selbstverständliche Sache. Denn mit dem stets mehr überhandnehmenden Materialismus geht das Geistige zugrunde, und Gott wird den Menschen am Ende ein alter, verbrauchter, nichtiger und wertloser Begriff, von dem sie sich keine Vorstellung mehr zu machen imstande sind, und die volle Gottlosigkeit und mit ihr alle erdenkbaren Übel werden unter den
Menschen auf die allergewissenloseste Weise gang und gäbe, und die Menschen greifen zu den Waffen, und der sich besser dünkende Teil sucht dann den böseren mit Gewalt zu unterjochen; und hat er das, dann gibt er Gesetze, deren Nichtbeachtung er mit den ärgsten Strafen belegt. Und so entstehen dann die Machthaber und ihnen gegenüber die Sklaven auf der Erde.
[GEJ.09_055,14] Siehe, das macht alles das Gold, das Silber, die Perlen und die Edelsteine, so die Menschen in der Meinung, daß diese Dinge die reinste und edelste Materie seien, sie auch zur äußeren Verehrung auf was immer für eine Art anwenden!
[GEJ.09_055,15] Was die äußere Verehrung und Verherrlichung Gottes anbelangt, dafür hat schon Gott Selbst von Ewigkeit her gesorgt; denn Er hat darum den Himmel und alle sichtbare Natur – als diese ganze Erde, den Mond, die Sonne und die zahllos vielen Sterne, die zumeist lauter ums kaum Aussprechliche große Weltkörper sind voll Lichtes und voll der wunderherrlichsten Dinge und Kleingeschöpfe auf ihren übergroßen und überweit gedehnten Flächen und Gefilden – erschaffen, und das genügt zur Außenverherrlichung des großen Gottes und Meisters über alles von Ewigkeit,
und Er bedarf darum keines Goldes, Silbers und keiner Perlen und geschliffener und polierter Edelsteine dieser Erde.
[GEJ.09_055,16] Die wahre und Gott allein wohlgefällige Verehrung und Verherrlichung besteht und bestehe denn allzeit nur in einem reinen, Gott über alles und den Nächsten wie sich selbst liebenden Herzen und somit – was dasselbe ist – auch in der getreuen Haltung der Gebote, die Er durch Moses allen Menschen gab; alles andere ist eitel und töricht auch von seiten eines reinen und Gott wohlgefälligen Menschen. Wird die äußere Verehrung aber noch von solchen Menschen, wie es da sind die Pharisäer und die Götzenpriester und -priesterinnen, und auch von anderen Scheinfrommen und Augendienern und Gleisnern Gott, an den sie bei sich gar nicht glauben und
nie geglaubt haben, dargebracht, und das um Geld und andere bedeutende Opfer, so gilt das vor Gott nicht nur nichts, sondern es ist das ein Greuel vor Ihm, und dasselbe ist auch alles, was vor den Augen der Welt groß und glänzend ist. Das, Mein Freund, merke dir, da du es nun aus dem Munde Dessen vernommen hast, der Sich mit gar keiner Materie ehren und preisen läßt, sondern allein nur mit einem reinen, Ihm völlig ergebenen Herzen und Willen!“
[GEJ.09_055,17] Sagte der Wirt, nun ganz verlegen: „O Herr und Meister von Ewigkeit, so Dir diese meine auch äußere Verehrung, wie ich das nun schon ganz gründlich einsehe, nicht angenehm ist, so soll alles sogleich anders bestellt werden!“
[GEJ.09_055,18] Sagte Ich: „Jetzt laß nur alles so, wie es ist; denn die wohlbereiteten Fische werden uns diesmal auch aus den goldenen und silbernen Schüsseln wohlschmecken, und desgleichen auch der Wein! Aber für ein anderes Mal laß das hinweg!“
[GEJ.09_055,19] Mit dem war der Wirt zufrieden, und wir begannen das Morgenmahl zu uns zu nehmen.