Kritik „Infokrieg“

Manipulation: Die Illusion der Information

„Neuigkeiten gibt es für Menschen, die zu sehr vom Vergänglichen beansprucht sind, unendlich viele zu hören, denn sie kennen das Endgültige und Ewige nicht.“ – Srimad-Bhagavatam 2.1.2

Die vedische Analyse von Zeit und Ewigkeit mag sehr theoretisch klingen, aber die Konsequenzen sind höchst relevant. Wir können auf einmal sehen, warum die Menschen trotz des Fortschrittes immer weniger Zeit haben und trotz der Flut von Informationen immer weniger wissen. Wie erklärt, bedeutet spirituelle Realität ewige Gegenwart, und materielle Realität bedeutet unendliche Vergänglichkeit. Wenn man sich mit materiellen Objekten identifiziert, sieht man nur noch das Materielle und verliert sich im Unendlichen. Man verpaßt die Gegenwart und damit den Zugang zur spirituellen Realität. Genau das passiert heute. Weil die Menschen den Zugang zur Gegenwart und zur spirituellen Realität aus den Augen verloren haben, sehen sie nur noch die unendliche Vergangenheit und die unendliche Zukunft. Pötzlich herrscht die fieberhafte Überzeugung, man müsse möglichst viele, am liebsten unendlich viele Informationen haben. Was geschah wann wo? Wer hat was wann wo gesagt?

Immer mehr Hefte, Bücher, Artikel. Radio, Fernsehen, Filme. Sendungen, Dokumentationen, Diskussionen. Konferenzen, Kommunikationen, Computer-Netze. Hören, schauen, lesen. So werden die Menschen zur irrigen Annahme verfuhrt, die Quantität von Information sei ausschlaggebend. Sie sind überfordert und ertrinken in einer Flut von Infos über die neuste Vergangenheit und werden immer oberflächlicher, weil sie das ganze nicht mehr verdauen können. Egal wieviel man hört, schaut und liest, man wird nie alle Informationen sichten können. Man wird immer unvollständig informiert bleiben. Mehr „Information“ bedeutet also nicht mehr „Wissen“ – im Gegenteil! Die Informationsflut verwässert die Information. Man kann sich zwar an den Computer setzen und sich in die weltweiten Web-Konferenzen einloggen. Aber es gibt Tausende von Konferenzen mit Hunderttausenden von neuen Beiträgen jeden Tag.

Jeder informiert, spekuliert, relativiert. Niemand weiß mehr, was man glauben soll. So glaubt man nichts mehr, denn „alles ist relativ“, und so gehen auch die nützlichen Informationen unter. War das die Absicht von denen, die das Web („Spinnennetz“) gespannt haben? Von einem Computer aus kann man Zugang zu weltweiten Datenbanken bekommen. Wer profitiert davon wirklich? Niemanden bekümmert es, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis in den weltweiten Datenbanken nicht nur alle Informationen und Bankverbindungen verzeichnet sind, sondern auch alle Menschen.

Kreditkarten, elektronische Finanzwirtschaft, Strichcode-Gesellschaft. Die Entwicklung geht rasant in Richtung Computerisierung, Zentralisierung und Totalisierung – wer wird dann noch Zugang zu den Informationen haben? Bis es soweit ist, werden die Massen mit Brot und Spielen und die Intellektuellen mit Spielzeugen (Computern) bei der Stange gehalten. Denn solange alle „informieren“, spekulieren und relativieren, rebelliert niemand. Die Menschen merken es nicht, weil sie vor lauter Informationen keine Zeit mehr haben, zwischen den Zeilen zu lesen!

Wie weit wurde durch diese Quantität von Information die Qualität des Lebens gehoben? Wurden dadurch Elend, Krieg, Kriminalität und Korruption verringert? Nein, sie nehmen rapide zu, und zwar deshalb, weil diese Bilder und Eindrücke die Menschen – gemäß Resonanzgesetz (siehe S. 295) – nicht nur informieren, sondern auch infiltrieren. Diese negativen Dinge werden täglich stundenlang in das Bewußtsein und Unterbewußtsein der Menschen eingespeist, und Millionen von Menschen tragen diese Bilder in sich herum. So wird die Negativität multipliziert, und die Mächtigen haben gute Vorwände, ihre Kontrolle immer zu verstärken. Zur „nationalen Sicherheit“. Zum „Schutz der Bürger“. Informiert = programmiert?

Wer über all diese Zusammenhänge nachdenkt, reagiert nicht mehr mit kategorischer Ablehnung, wenn darauf hingewiesen wird, daß all diese Netzwerke – gemäß vedischer Diagnose – von den unteren Dimensionen des Universums kommen. Wesen aus diesen Regionen landen auf der Erde durch Geburt in einem Menschenkörper (und auch noch mit anderen Mitteln?), um durch gewisse Erfindungen die Erde gemäß dem Vorbild des Ortes, wo sie herkommen, umzugestalten. Oder sie reißen Erfindungen von arglosen Menschen an sich, um sie für ihre Ambitionen zu monopolisieren. Diese Entwicklungen sind typisch für das Kali-yuga, das „Eiserne Zeitalter“, denn nur in den Kali-yugas baut die Menschheit eine eiserne Zivilisation auf.

Die Menschen werden von den wirklichen Informationen abgelenkt. Wirkliche Informationen sind diejenigen, die der Wirklichkeit entsprechen. Sie geben Einblick in die Realität, und Realität bedeutet Ewigkeit. Wirkliche Informationen müssen sich also auf die Wirklichkeit und Ewigkeit beziehen – auf die spirituelle Realität. Sie informieren uns, daß wir ewig sind, daß wir einen spirituellen Ursprung haben und diesen Ursprung als Ziel anstreben sollten, ohne uns in der materiellen Unendlichkeit zu verlieren.

Aber wer glaubt heute noch, daß es wirkliche, d.h. ewig gültige Informationen gibt? Alles ist doch relativ! Aber wenn es keine wirklich wahren Informationen gibt, warum macht man sich dann die Mühe, unendlich viele nicht wirklich wahre Informationen über die Weltnetzwerke zu verbreiten? Nicht Information ist wichtig, sondern Wissen. „Information“ ist ein Produkt von käla, der unendlichen Vergänglichkeit, „Wissen“ kommt von sat, der ewigen Gegenwart. Information als Teil des materiellen Zeitflusses kann nie wirkliches, schlüssiges Wissen vermitteln. Doch nur wirkliches, schlüssiges Wissen ist wahrhaft nützlich, und diese Art von Wissen ist das Ziel der vedischen Forschung. Wirkliches Wissen zeichnet sich aus durch Gültigkeit und Zeitlosigkeit: Das, was wirklich gültig (wahr) ist, ist immer gültig und bedarf keiner täglichen Flut von „Ergänzungen“. Wer sich nur auf Informationen verläßt, die morgen schon wieder korrigiert werden müssen, kann leicht manipuliert werden.

Deshalb sagt Krsna in der Bhagavad-gita (2.52): „Wenn deine Intelligenz aus dem dichten Wald der Täuschung herausgekommen ist, wirst du gegenüber allem, was gehört worden ist, und allem, was noch zu hören ist, gleichgültig (nirveda) werden.“ Denn aus der Perspektive der Realität/Ewigkeit ist beides gleich-gültig, nämlich gleich ungültig (nirveda).

Quelle: Gott und die Götter, S. 185-187, Armin Risi

Ein Materialist sieht überall Materie, ein lüsterner Mensch sieht überall Lustobjekte, und ein gottesbewußter Mensch sieht überall das Wirken Gottes. Unterschiedliche Menschen nehmen unterschiedliche Bereiche der Wirklichkeit wahr, und zwar entsprechend der Resonanz (Empfänglichkeit) des Bewußtseins.

Das Bewußtsein eines jeden Lebewesens hat eine bestimmte Wellenlänge; es spricht auf entsprechende „Schwingungen“ an, und es zieht entsprechende Schwingungen an, während es andere Schwingungen nicht einmal wahrnimmt (ähnlich wie ein Radioapparat nur auf Radiowellen und ein Fernsehapparat nur auf Fernsehwellen reagiert, wobei man das Programm selbst wählt). Man spiegelt sich selbst in der Umwelt, weil man nur das sieht, was das eigene Bewußtsein herausfiltert. Wir empfangen das, was wir aussenden. Geben und empfangen ist eine weitere untrennbare Dualität. „Gleiches zieht Gleiches an“, und: „Wer sucht, der findet“ – wichtige Kernsätze, die im göttlichen Bereich genauso zutreffend sind wie in den dunklen Bereichen. Wer göttliche Erkenntnis sucht, wird sie finden (dank Gottes Hilfe), und wer irdische oder außerirdische Mächte sucht, wird auch diese finden.

Auf gewisse Menschen übt das Göttliche und auf andere das Dämonische eine Anziehungskraft aus, gemäß der Resonanz, die sie aufgebaut haben. Die Wirkungsweise des Resonanzgesetzes zeigt sich heute mit warnender Deutlichkeit am Beispiel der weltweit um sich greifenden Destruktivität. Auffallend viele Menschen sind am Negativen interessiert. Je mehr sich die Menschen für das Negative interessieren, desto mehr Angriffsfläche finden diese negativen Kräfte, und genau aus diesem Grund gewinnt das Negative heute immer mehr an Einfluß, obwohl die offiziellen Stellen mit salbungsvollen Worten erklären, ihre Informationspolitik diene der Abschreckung und Vorbeugung.

Wie alles in der Welt, ist auch das kein Zufall. Die Verbreitung von negativen Einflüssen entspringt einer bewußten Propaganda mit Programmierungszwecken. Zeitungen, Illustrierte und Fernsehen verbreiten „Informationen“ und Bilder, die von den nichtsahnenden Menschen aufgenommen werden und als Eindrücke in ihr Unterbewußtsein eingehen. Ein überwältigender Teil der täglichen Information ist wertlos/überflüssig bis negativ/überfordernd (Affären/Sport/Unterhaltung bis hin zur Flut von negativen Meldungen über Kriege, Anschläge. Kriminalität usw.).

Information „bildet“ den Menschen: Je mehr ein Mensch negative Eindrücke in sich aufnimmt, desto mehr wird ein negativ programmiertes Wesen gebildet, weil der Mensch – zunehmend überfordert, gleichgültig und abgestumpft – die anhaltende Informationsflut gar nicht mehr zu verdauen vermag. Beschreibungen von Gewaltakten, Bilder von Kriegs- oder Attentatsopfern usw. enthalten geballte negative Schwingungen, und durch die Medien werden diese negativen Schwingungen in das Bewußtsein von Millionen von Menschen kopiert und dadurch multipliziert. Ob man diese Eindrücke gut oder schlecht findet, ist gar nicht wichtig, wichtig ist, daß man durch die Aufnahme dieser Schwingung zu einem Schwingungsträger geworden ist – sei es nun aufgrund von Befürwortung oder Ablehnung, Bildung oder Nachforschung oder einfach aufgrund von Neugier und täglichem Informationskonsum.

Wer sich über das Resonanzgesetz bewußt ist, warnt die Menschen eindringlich davor, sich zu eingehend mit diesen negativen Dingen zu befassen, und ich (der Autor) halte mich bewußt an diese Weisheit. Ich vermeide es, zu tief in die Details des Negativen einzutauchen, weil ich mich sonst im Element des Negativen bewegen würde und verantwortlich wäre, auch die Leser in diesen uferlosen Giftozean gezogen zu haben. Die Negativ-Programmierten werden dieses spirituelle Unterscheiden und Ausscheiden massiv kritisieren („unwissenschaftlich“, „voreingenommen“, „einseitig“, „schlecht recherchiert“). Aber was ist der Nutzen, in der Welt- und

Geheimpolitik, in Kriegsinszenierungen, Mordgeschichten, SchwarzMagien, Verschleierungsaffären, Machtskandalen usw. zu wühlen? Diejenigen, die sich auf dieses undurchschaubare Gewirr von Details einlassen, öffnen sich den entsprechenden Einflüssen und werden für ebendiese Einflüsse anfällig, denn sie haben – naiv, neugierig oder bewußt – entsprechendes Interesse signalisiert. Dies erkannte auch schon der einflußreiche deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe: „Die Geister, die ich rief, werd‘ ich nun nicht los.“ 85

Mit anderen Worten, es ist notwendig, über die Gegenwart des Negativen aufgeklärt zu sein, aber es ist gefährlich und überflüssig, zu sehr in die eindrücklichen Details hineinzugehen, so verlockend und „interessant“ diese auch erscheinen mögen.

Gemäß der Resonanz unseres Bewußtseins sprechen wir auf gewisse Dinge an und auf andere nicht (Stichwort Gunas). Wir verhalten uns auf eine bestimmte Weise, sprechen auf eine bestimmte Weise, denken auf eine bestimmte Weise, essen auf eine bestimmte Weise, usw. Unser Verhalten spiegelt unser Bewußtsein und beeinflußt unser Bewußtsein. Wenn wir die Resonanz unseres Bewußtseins erweitern, erweitert sich auch unser Einblick in die Welt. Dinge, die wir früher unbewußt an uns vorbeigehen ließen, fallen uns plötzlich auf – weil wir für sie eine Resonanz entwickelt haben. Auf einmal entdecken wir unsere spirituelle Identität, erkennen höhere Zusammenhänge und spüren die Aussichtslosigkeit des Materialismus. Wir stoßen auf Wissensschätze, begegnen Menschen, die uns weiterhelfen, und wir lernen – freiwillig, weil wir es wollen.

Lernen wir freiwillig, geschehen die Dinge, weil wir reif für sie sind. Wollen wir nicht lernen, geschehen die Dinge, weil gewisse Karma-Früchte reif sind. Dann geschieht gerade das, was wir nicht wollen, selbst wenn wir krampfhaft versuchen, gerade „das“ zu verhindern. Wer freiwillig lernt, fürchtet sich vor nichts, weil er oder sie hinter allem, was geschieht, die höhere Lehre erkennt. Und diese Lehre ist gar nicht so kompliziert oder geheim – vorausgesetzt, man hat die entsprechende Resonanz. Sonst rennt man tausendmal gegen dieselbe Tür und merkt immer noch nicht, daß man sie nur öffnen müßte.

Quelle: Gott und die Götter, S. 295-297, Armin Risi

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